Dystopien in Film und Serie

Prognose, Handlungsanweisung oder Ermahnung?

Werner C. Barg

06.08.2020 | Neuer Bürgerkrieg in den USA? Eine weltweite Virus-Pandemie mit vielen Toten? – Aktuell kommen die Zeitläufte filmischen Dystopien näher, als manchen von uns lieb ist. Das Gefühl, plötzlich in einem realen Katastrophenfilm zu leben, beschlich in den letzten Wochen viele. Ist an Siegfried Kracauers umstrittener These zum Film der Weimarer Republik, dass Leinwandgeschehen reales Geschehen vorwegnehmen könne, doch etwas dran? Was leisten negative Utopien für die Bewältigung realer Krisensituationen?


03.08.2020 | Die Abiturientin Lilith Rein ist Teil der Fridays-For-Future-Bewegung. Als Pressesprecherin der Ortsgruppe Berlin kümmert sie sich vor allem um die Social-Media-Accounts. tv diskurs sprach mit ihr über Reichweiten, Ideale und Krisenmanagement.


„Ein Lehrstück für zukünftige Projekte“

Sebastian Pertsch im Gespräch mit Laura Sophie Dornheim

29.07.2020 | Für die Wirtschaftsinformatikerin Laura Sophie Dornheim ist die Corona-Warn-App ein bemerkenswerter Erfolg. Im Interview mit Sebastian Pertsch spricht die Technikexpertin über das Potenzial der App sowie über die sicherheits- und datenschutzrechtlichen Herausforderungen.


Männer erklären uns die Welt

Expertinnen sind im Fernsehen immer noch die Ausnahme

Barbara Weinert im Gespräch mit Elizabeth Prommer

06.07.2020 | Christian Drosten, Alexander Kekulé, Hendrik Streeck: Regelmäßig kamen die Virologen als Experten im Fernsehen zu Wort. Ihre Kolleginnen hingegen waren weitaus seltener zu sehen und zu hören. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von Dr. Elizabeth Prommer und Julia Stüwe vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock. tv diskurs sprach mit Professorin Dr. Elizabeth Prommer über Rollenbilder, Männernetzwerke und Gleichberechtigung.


Bildnisse eines Bösewichts

Die Darstellung des „Joker“ im Hollywoodkino

Werner C. Barg

18.06.2020 | Die Figur „The Joker“ gehört zu den schillerndsten und bekanntesten Figuren des Bösen im fiktionalen Universum des populären Kinos. In welchen gesellschaftlichen, moralischen und genrespezifischen Kontexten fanden diese Verkörperungen statt? Wie hat sich das Bild des Bösewichts im populären Film gewandelt? Diesen Fragen geht der folgende Beitrag vornehmlich anhand der Batman-Comicverfilmungen nach.


Al Pacino – Star wider Willen

Die Entstehung einer Doku über einen Star

Lukas Hoffmann

09.06.2020 | Der Schauspieler Al Pacino wurde im April dieses Jahres 80 Jahre alt. Zum Geburtstag widmete ihm die Kölner Filmproduktion BROADVIEW TV im Auftrag des Senders 3sat ein einstündiges Porträt. Was es bedeutet, sich an die Fersen eines Stars zu heften und welche Probleme und Überraschungen die Entstehung eines solchen Films mit sich bringt, wird hier aus Sicht des Autors und Regisseurs beschrieben.


Das Ende der Schockstarre

Wie die Corona-Krise das Fernsehen verändern wird

Tilmann P. Gangloff

28.05.2020 | Wenn das ganze Land stillsteht, werden natürlich auch keine Filme und Serien produziert. Die aktuellen Bedingungen stellen Sender und Produktionsfirmen vor enorme Herausforderungen. Schon machen Szenarien die Runde, dass demnächst nur unter „Bundesliga-Auflagen“ gedreht werden könne. Filmschaffende befürchten massive Qualitätseinbußen.


Zurück in die Vergangenheit

Der Brexit erreicht das Kino

Werner C. Barg

05.05.2020 | Am 25. April 2020 nahm der britische Premierminister Boris Johnson nach seiner Corona-Erkrankung die Amtsgeschäfte wieder auf. Nun wird wohl bald neben Corona auch wieder ein anderes Thema den Mediendiskurs bestimmen: der Brexit. Boris Johnson hat schon angekündigt, die Verhandlungen zum Handelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU hart zu führen. Auch im britischen Kino, so zeigt der folgende Beitrag anhand prominenter Beispiele, ist das mit dem Brexit verbundene neue Nationalgefühl vieler Briten schon seit einiger Zeit angekommen.


Transnationale Vernetzungen in der Fernsehserienproduktion

Branchendiskussionen beim Berlinale Series Market 2020

Florian Krauß

15.04.2020 | Beim Berlinale Series Market 2020 wurden auf verschiedenen Ebenen transnationale Vernetzungen in der Fernsehserienproduktion verhandelten: hinsichtlich der Produktion, der Distribution und der projektspezifischen Drehbuchentwicklung. Der Beitrag beleuchtet über die Berlinale hinaus aktuelle Transnationalisierungstendenzen und ‑diskurse in der Fernsehserienindustrie.


Wo geht’s denn hier zum Firlefanz?

Warum so viele Unterhaltungsformate im deutschen Fernsehen Importe sind

Tilmann P. Gangloff

08.04.2020 | Das deutsche Fernsehen ist Importweltmeister: Quotenknüller wie The Masked Singer, Deutschland sucht den Superstar, Das Supertalent oder Wer wird Millionär? sind alle im Ausland erfunden worden. Den Zuschauenden ist es in der Regel zwar egal, woher eine Show oder ein Quiz kommen, solange sie deutsch „aussehen“; aber es fällt auf, dass das deutsche Fernsehen offenbar traditionell kein guter Nährboden für die Entwicklung eigener Formate ist. Die gute Nachricht: Das ändert sich gerade.


Verliebt in ein Karussell

Der Film Jumbo bei „Generation 14plus“

Barbara Felsmann

25.03.2020 | Die Sektion „Generation“ der Berlinale ist bekannt dafür, dass sie sich immer wieder an ungewöhnliche Themen für Kinder und Jugendliche heranwagt. In diesem Jahr überraschte die Auswahlkommission mit einem Spielfilm, der zum Nach‑, Um- und Neudenken über Sexualität herausfordert: Jumbo von der belgischen Regisseurin und Drehbuchautorin Zoé Wittock.


Augen zu und durch

Warum die Anwesenheit von Experten beim Dreh intimer Szenen eine große Erleichterung wäre

Tilmann P. Gangloff

25.02.2020 |  Bei Dreharbeiten gibt es Experten für Stunts, Zweikämpfe und Tänze; nur bei intimen Szenen wurden Schauspieler lange alleingelassen. Das ändert sich gerade: Wenn britische und amerikanische Serien Sexszenen enthalten, ist die Anwesenheit eines „Intimacy Coordinators“ mittlerweile fast eine Selbstverständlichkeit. Er soll der Regie helfen, ihre Vision zu verwirklichen, und die Schauspieler davor schützen, Dinge tun zu müssen, die sie nicht tun möchten.


„Fuck off, Hitler!“

Jojo Rabbit und die Tradition der Anti-Nazi-Komödie im Kino

Werner C. Barg

10.02.2020 | Jojo Rabbit ist ein neuerlicher Versuch, die grausame Zeit der Hitler-Diktatur mit den Mitteln des komischen Films darzustellen. Der Beitrag rollt auf, in welcher filmischen Tradition die oscarprämierte Hollywood-Komödie von Autor, Produzent und Regisseur Taika Waititi steht und was sein Film dieser Tradition hinzufügen kann.


Das Imperium schlägt zurück

Mit welchen Strategien die klassischen TV-Sender auf den Erfolg von Netflix & Co. reagieren

Tilmann P. Gangloff

07.01.2020 | Was vor 20 Jahren noch wie Science-Fiction klang, ist dank Mediatheken und Streaming­diensten längst Wirklichkeit: Fernsehen immer und überall. Aber ist es eigentlich noch korrekt, diese Form der Nutzung als „fernsehen“ zu bezeichnen? Viele junge Leute besitzen gar kein Fernsehgerät mehr; die Filme und Serien von Anbietern wie Netflix oder Amazon werden ohnehin überwiegend auf Laptops und Tablets geschaut. Auch ältere Zielgruppen haben die Qualität dieser Dienste längst entdeckt und nutzen zudem die Angebote der etablierten Sender zunehmend zeitversetzt. Ist das der Anfang vom Ende des klassischen Fernsehens?