Vielfältige Harmonie. Europäische Trends im Jugendmedienschutz und Kooperationen als Option faktischer Harmonisierung

Stephan Dreyer

Die Regelungsrahmen für Jugendmedienschutz in den EU- Mitgliedstaaten sind stark fragmentiert. Konvergente, flexible und der Dynamik des medialen Angebots- und Nutzungswandels gerecht werdende Regulierungsansätze sucht man dabei in nationalen Rechtsordnungen vergebens. Zu diesem Ergebnis kommt eine international vergleichende Studie für den Schweizer Bundesrat. Doch die vermeintliche Vormodernität auf Gesetzgebungsebene erfährt auf einer anderen Ebene einen pragmatischen und sehr alltagsbezogenen Wandel: Wirtschaft, Medienaufsicht und Klassifizierungsstellen sowie Ko- und Selbstregulierungsstellen spinnen längst ein untergesetzliches Netz an unterschiedlichen Kooperationsformen, die vielleicht zu mehr Harmonisierung führen, als es eine EU-Vorgabe je könnte. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle Regulierungstrends im Jugendmedienschutz in den EU-Ländern, zeigt europaweite Harmonisierungswünsche und -grenzen auf und erklärt die Relevanz von Kooperation für die Angleichung unterschiedlicher Jugendschutzsysteme in der Praxis.

Printausgabe tv diskurs: 20. Jg., 1/2016 (Ausgabe 75), S. 52-59

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