Klassenfragen im Kinder- und Jugendfernsehen

Wie divers sind die Lebenswelten der Figuren und Protagonist*innen auf dem Bildschirm?

Monika Weiß

Dr. Monika Weiß ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Fernsehwissenschaft und Medienkonvergenz mit Fokus auf (Klein-)Kinder und Medien sowie Medienbildung.

Ende August 2021 fand der Workshop Fernsehen und Klassenfragen der Arbeitsgemeinschaft Fernsehen der Gesellschaft für Medienwissenschaft an der Universität Siegen statt. Das Thema Kinder- und Jugendfernsehen nahm hier breiten Raum ein, denn Kinder und Jugendliche bilden nicht nur heute das Publikum, sondern auch die Gesellschaft von morgen. Von großem analytischem Interesse ist daher, welche Lebensrealitäten die medialen Produkte, egal ob fiktional oder dokumentarisch, entwerfen, denn sie wirken sich durchaus auf die gesellschaftliche Wahrnehmung außerhalb dieser aus.

Online seit 08.10.2021: https://tvdiskurs.de/beitrag/klassenfragen-im-kinder-und-jugendfernsehen-beitrag-772/

 

 

 

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Fernsehen wird sich immer wieder auch mit Klassenfragen beschäftigt. Zu erwähnen ist die explizite Betrachtung der Arbeiterklasse in der frühen Fernsehwissen­schaft, deren Alltagskultur von der abendlichen Fernsehnutzung geprägt zu sein schien. Dies ist nur ein Beispiel für die Frage danach, ob und wie Klassenzugehörigkeiten durch Fernsehnutzung und ‑aneignung aufge­zeigt werden können. Ebenso zentral sind aber auch Fragen danach, ob bzw. wie durch das Fernsehen selbst Klassenunterschiede (re‑)produziert oder doch eher hinterfragt werden.

Spätestens seit den 1980er-Jahren findet eine Diversifizierung des Fernsehpublikums statt, die einhergeht mit der gesamtgesellschaftlichen Individualisierung jenseits einer Bevölkerungseinteilung in gesellschaft­liche Großgruppen und Klassen. Dennoch scheinen Fernsehsender und Programmanbieter weiterhin an der Ansprache solcher Großgruppen festzuhalten, die sich nicht nur in Spartenprogrammen oder Spartensen­dern wiederfinden (etwa DMAX als Sender, der explizit Männer und deren Themen anspricht, oder sixx als dessen Pendant für die „klassische“ Frau), sondern ebenso in der Ansprache ökonomischer oder auch kultureller Klassen.

Die deutschsprachige Fernsehwissenschaft nimmt dementsprechend Klassenfragen weiterhin in den Blick. So fand am 26. und 27. August 2021 der Workshop Fernsehen und Klassenfragen der Arbeitsgemeinschaft Fernsehen der Gesellschaft für Medienwissenschaft an der Universität Siegen statt. Breit aufgestellt war im Workshop das Panel zu Klassenfragen im Kinder- und Jugendfernsehen. Dies soll im Folgenden den Schwerpunkt der Ausführungen bilden.
 

Televisuelle Klassen in Programm und Realitätswahrnehmung

(Klein-)Kinder sind nicht nur aktives Publikum von Fernsehangeboten, sondern werden auch zur Gesellschaft von morgen. Aus der Studie Kindheit, Internet, Medien des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest aus dem Jahr 2020 (vgl. mpfs 2021, S. 14) ist ersichtlich, dass 70 % der 6- bis 13‑Jährigen täglich fernsehen und immerhin noch 24 % mehrmals wöchentlich. Erst im Jugendalter werden Internetangebote relevanter, was zwar aufzeigt, dass Jugendliche kaum mehr am linearen Programm partizipieren. Dennoch sind es Inhalte des neuen, delinearen Fernsehens, die auch sie weiterhin nutzen: 84 % der 12- bis 19‑Jährigen haben regelmäßigen Zugriff auf Video-Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime, 38 % nutzen weiterhin Abofernsehen (vgl. mpfs 2020, S. 7).

Wenn also über televisuelle Klassen gesprochen wird, sollten Kinder- und Jugendangebote des linearen Fernsehens wie auch der neuen, delinearen Angebote über Mediatheken, YouTube oder Streamingdienste stets Berücksichtigung finden. Denn die Heranwachsenden machen in der Rezeption Alltagserfahrungen, „,lernen‘ unbewusst aus den rezipierten Fernsehinhalten und konstruieren damit ihre Realitätswahrnehmung“ (Orde 2012, S. 42). Diese konstruierte Realitätswahrnehmung wird durch den Entwurf von Klassenzugehörigkeiten und Klassenbeziehungen in den Formaten stark beeinflusst und wirkt sich ebenso auf die gesellschaftliche Wahrnehmung außerhalb der medialen Angebote aus.

Erzählungen in Film und Fernsehen gehören ebenso zur sozialen Realität von Kindern und Jugendlichen wie Smartphone und soziale Netzwerke. Alle rezipierten Fernsehsendungen – ob nun Castingshow, Doku-Soap oder Lieblingsserie – eröffnen den Zuschauenden neben der realen Lebenswelt einen weiteren intensiven und wichtigen Erfahrungs- und Erlebnisraum, sodass ihr Alltag und die rezipierten Fernsehbilder in einem engen Wechselwirkungszusammenhang stehen. Demnach ist alles, was angesehen wird, symbolisches Material von Bedeutung für die individuelle Entwicklung und den Blick auf die Gesellschaft (vgl. Barthelmes/Sander 2001, S. 289 ff.).

Die Menschen auf den Bildschirmen zeigen und erklären den Heranwachsenden buchstäblich die Welt. Personen im Fernsehen, aber auch fiktionale Figuren, begleiten Kinder und Jugendliche während des Heranwachsens, sie dienen der Identifikation und können sogar zu Rollenvorbildern werden (vgl. Wegener 2016, S. 15). Somit ist Lothar Mikos’ Aussage zuzustimmen, dass Kinder und Jugendliche ihre Sozialisation gar im Kontext der medialen Kommunikation erfahren (vgl. Mikos 2010, S. 32) .
 

Wie steht es also aktuell um die Klassenfragen im Kinder- und Jugendfernsehen?

Dazu stellten im oben genannten Workshop Julia Stüwe und Juliane Wegner der Universität Rostock Teilergebnisse der Studie Sichtbarkeit und Vielfalt. Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität vor, die sie gemeinsam mit Elizabeth Prommer, Direktorin des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock, in Kooperation mit der MaLisa Stiftung durchgeführt haben. Gefragt wird danach, wie divers die Personen sind, die die Zuschauer*innen in Film und Fernsehen sehen, und auch danach, ob dies die Bevölkerung widerspiegelt. Schwerpunkte sind neben der Geschlechtergerechtigkeit auch Migrationshintergrund, ethische Herkunft, sexuelle Orientierung und Behinderungen bei den Figuren. Die Gesamtstudie ist bezogen auf die aktuellen Fernseh-Vollprogramme und auch Kinofilme. Die Ergebnisse wurden am 5. Oktober 2021 von Elizabeth Prommer in der Pressekonferenz der MaLisa Stiftung öffentlich vorgestellt (siehe malisastiftung.org).

Stüwe und Wegner hingegen gaben, passend zum Dachthema des genannten Workshops, vor allem Einblicke in den Teil zum aktuellen internationalen Kinder- und Jugendfernsehen, der ebenso die Angebote der großen Streamingdienste umfasst. Im Fokus dieses Untersuchungsschwerpunkts stehen die Figuren fiktionaler Erzählungen. Neben der Frage danach, welchem Geschlecht die handlungstragenden Figuren angehören, welcher Ethnie und auch, ob sie einen Migrationshintergrund aufweisen, wurde auch die Klassenfrage gestellt. Aus welchen Milieus stammen die Hauptfiguren der Kinderformate? In welchen Wohn- und Einkommensverhältnissen leben sie?
 

Den Figuren geht es finanziell sehr gut

Heraus kam, dass in den aktuellen Produktionen durchaus eine diverse Darstellung von Personen und Familienverhältnissen erfolgt. Jedoch fehlt diese Diversität bei der Klassenzugehörigkeit der Figuren, denn die Regel bleibt die Situierung in der oberen Mittel- bis Oberschicht. Dies deckt sich weiterhin mit den Ergebnissen von Ole Hofmann aus dem Jahr 2012, der in der medienanalytischen Betrachtung herausstellte, dass die Figuren im Kinderfernsehen überwiegend in wohlsituierten Verhältnissen leben (zu 83 %), 15 % sogar im Luxus und nur zwei Prozent in Armut (vgl. Hofmann 2012, S. 35). Auch wenn die Figuren, deren Background und die Familienverhältnisse durchaus diverser geworden sind, hat sich doch bei der Darstellung von Klassenzugehörigkeit und Milieu im Kinderfernsehen in den letzten neun Jahren nicht viel getan.
 

Klassenbilder in Coming-of-Age-Serien

Moritz Stock von der Universität Siegen widmet sich in seinen Studien zeitgenössischen Coming-of-Age-Serien. Coming-of-Age ist hier als Genre zu verstehen, das Produktionen umfasst, die vor allem die Probleme und Erlebnisse jugendlicher Protagonist*innen während der Zeit der Adoleszenz fokussieren. Die jugendlichen Hauptfiguren befassen sich in der Regel erstmals mit den grundlegenden gesellschaftlichen, aber auch individuellen Fragen: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Wie finde ich meinen Weg in der/in die Gesellschaft? Diese Fragen implizieren gesellschaftliche Klassenzugehörigkeit sowie solche nach sexueller Orientierung, der ersten großen Liebe und der Loslösung von der elterlichen Autorität.

Stock analysiert zwei aktuelle Serien, einerseits Druck, die seit 2018 über das deutsche Online-Content-Netzwerk funk des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausgestrahlt wird, und andererseits Stichtag, die seit 2020 auf der Streamingplattform Joyn der privatrechtlichen Fernsehanbieter ProSiebenSat.1 Media und Discovery zugänglich ist. Im Zentrum beider Serien steht jeweils eine Gruppe Jugendlicher, die am Ende ihrer Schulzeit stehen und sich mit den Fragen des Erwachsenwerdens konfrontiert sehen.
 

Neue Galaxien - DRUCK Fatou (Folge 1) (DRUCK – Die Serie, Premiere 18.12.2020)



Deutlich wird an den Analysen, wie stark fiktionale Auseinandersetzungen zu Fragen des Erwachsenwerdens mit dem Milieu-Setting verknüpft sind. Druck etwa spielt in der gesellschaftlichen Mitte eines urbanen Berlins. Die Protagonist*innen besuchen die Oberstufe eines Gymnasiums und erleben nicht nur Freundschaft, erste Liebe und die Suche nach der eigenen Identität miteinander, sondern sind auch politisch engagiert. Themen wie Feminismus, Homosexualität und Umweltschutz sind Teil der Figurenidentitäten (vgl. Krauß/Stock 2018, S. 84 ff.).

Bei den Figuren der Serie Stichtag hingegen handelt es sich vorwiegend um Hauptschüler*innen. Sie leben in einem eher prekären Münchener Umfeld und sind daher dem zuzuordnen was allgemeinhin als Poverty-Class bezeichnet wird. Die jugendlichen Figuren sind eher unpolitisch und die Handlung umspinnt sich um die ersten sexuellen Erfahrungen.
 

Trailer Stichtag (JOYN Deutschland, 17.11.2020)



Verhandelte Themen und soziales Milieu in beiden Serien gehen in den Inszenierungen Hand in Hand. Die jeweils entworfenen Klassenbilder dienen den Rezipient*innen als Lebensweltentwürfe, die Figuren können zu Vorbildern und Leitfiguren werden – im positiven wie im negativen Sinne.

Moritz Stock wirft noch eine weitere Frage mit seinen Untersuchungen auf, nämlich die nach der Produktion selbst. So ist Druck eine Web-Serie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Figuren sind weltoffen und gebildet. Steht dem mit Stichtag die Sichtweise des privatrechtlichen Rundfunks gegenüber, deren Figuren ohne Zukunftsperspektive als gesellschaftliche Gefährdung inszeniert werden?

SommerCamp - Back To The Roots - 1. Das Camp geht los (KiKA, 04.08.2020)



Der KiKA mit Programm für bildungsnahe Schichten?

Mit ihrem Beitrag im genannten Workshop präsentierte die Autorin selbst Ergebnisse der analytischen Arbeit zu Doku-Angeboten des Kindersenders von ARD und ZDF (KiKA). Sie geben als Realitätsfernsehen scheinbar Einblicke in das „wirkliche“ Leben anderer, die aber so sein sollen „wie du und ich“. Interessant ist der Blick auf die Inszenierung der Homestorys u.a. bei den Formaten Durch die Wildnis – Das Abenteuer deines Lebens (seit 2011), Dein Song (seit 2008) und SommerCamp – Back to the Roots (seit 2020).

Die Analysen eröffnen gewinnbringende Erkenntnisse dazu, welche Lebenswelten den Rezipient*innen erzählt und welche Realitäten damit für sie entworfen werden: Gezeigt werden Jugendliche und Kinder im Kreis ihrer Freund*innen. Bei einigen wird der Migrationshintergrund inszeniert, bei anderen bleibt dieser gewollt unklar. Alle leben in harmonisch inszenierten (Patchwork‑)Familien. Ihre Hobbys sind meist Sport, Musizieren und Tanzen. Die Inszenierungen verweisen auf gute finanzielle Verhältnisse und bildungsbürgerliche Werte und Normen.
 

Durch die Wildnis - Abenteuer Norwegen (KiKA, 10.07.2020)



Welche Lebenswelten werden entworfen?

Über die Hobbys, die Wohnumgebungen und Lebensweisen werden also in den Homestorys fast nebenbei sehr ähnliche sozio-kulturelle Hintergründe entworfen und damit eine gleichförmige Klassenzugehörig­keit präsentiert. Schaut man sich weitere Folgen dieser oder anderer Doku-Soaps an, die auf dem KiKA laufen, decken sich die entworfenen Lebenswelten überwiegend. Es finden sich in der Regel keine Inszenierungen von prekären Familienverhältnissen, zwischen Eltern und Kindern herrscht ein harmonisches Zusammenleben, Bildung und Sport werden präsentiert als selbstverständlicher Teil des Alltags. Die Zukunftsperspektiven der präsentierten Kinder und Jugendlichen bauen auf hohem Bildungsniveau auf, was im Verlauf der Episoden auch in Gesprächen untereinander deutlich wird. Digitale Spiel-Medien oder Hobbys wie Binge-Watching oder PC-Gaming werden nicht zur Charakterisierung herangezogen.

Dabei fällt auf, dass auch hier sehr wohl einer diversen Gesellschaft Rechnung getragen wird. Unter den Teilnehmenden finden sich regelmäßig People of Color und mit Migrationshintergrund, Kinder aus Patchwork- und Alleinerziehenden-Haushalten, solche, die auf dem Land leben, sowie die aus der Stadt, und auch Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Behinderungen sind immer wieder Teil der Formate.
 

KiKA: zwar divers, aber kein Abbild der Gesellschaft

Dennoch musste festgestellt werden: Auch wenn durchaus divers gestaltet bilden die Sendungen nicht die gesamte deutsche Gesellschaft mit all ihren Klassen ab. Entstammen doch alle betrachteten Teilnehmer*innen der Doku-Formate der gesellschaftlichen Mitte und aus gut situierten Verhältnissen. Dass diese keinen Durchschnitt der Gesellschaft präsentieren, zeigen schon allein die Tatsachen, dass über 20 % der Kinder in Deutschland an der Armutsgrenze (und darunter) leben und die Tafeln 2019 über 1,6 Mio Kund*innen verzeichneten, davon 30 % Kinder. Nur ein sehr kleiner Teil, unter 5 %, der Familien mit Kindern leben in finanziell überdurchschnittlichen Verhältnissen (vgl. bmfsfj 2020, S. 100 ff.).

Vor allem Kinder der bildungsnahen Schichten können sich also in den Teilnehmer*innen der Doku-Soaps des KiKA wiederfinden und ihre Lebensrealität darin gespiegelt finden. Christiane Rohde, Tina Hertzer u. a. verweisen in den Media Perspektiven 2020 darauf, dass bereits bei Gründung des KiKA auf die Notwendigkeit des öffentlich-rechtlichen Qualitätsangebotes für Kinder verwiesen wurde:

Der Kinderkanal von ARD und ZDF sollte ein Gegengewicht zu kommerziellen Angeboten darstellen und […] informieren, bilden, beraten und unterhalten. Das Angebot sollte zur Meinungs- und Geschmacksbildung beitragen, Kinder in allen Entwicklungsstufen unterstützen und den kompetenten und souveränen Umgang mit Medien schulen und fördern.“ (Rohde u. a., S. 207)

Dies seien Auftrag, Wert und Anspruch des Senders. Vielleicht ist dies aber auch die Krux?

Auch wenn es dem KiKA tatsächlich gelingt, über die mittlerweile sehr vielen Doku-Soap-Formate unterschiedliche Lebensmodelle zu reflektieren, Vielfalt zu präsentieren und damit den Blick für eine pluralistische Gesellschaft zu öffnen, bleibt er dennoch einem normativen Ideal von gesellschaftlicher Klasse verhaftet.
 

Was bleibt als Fazit?

Über mediale Inhalte, egal ob Doku-Soap oder fiktionale Serie, machen zuschauende Heranwachsende Alltagserfahrungen und erlernen unterschwellig Verhaltens- und Lebensweisen (vgl. Schumacher 2012, S. 25), die ihre Realitätswahrnehmung mit prägen (vgl. Orde 2012, S. 42). So stellen die Darstellung und Inszenierung von Milieu und Klasse ein interessantes Betrachtungsfeld dar, gerade wenn es um Formate und Sendungen für junge Menschen geht. Mediale Repräsentationen spielen im Prozess des Heranwachsens eine große Rolle, denn klar ist, dass Kinder und Jugendliche „in medialen Welten Möglichkeitsräume auch für die eigene Identität und Entwicklung sehen“ (Prommer u. a. 2017, S. 10).

Im Panel des Workshops Fernsehen und Klassenfragen, das sich mit dem Kinder- und Jugendfernsehen beschäftigte, konnte über die verschiedenen Beiträge festgestellt werden, dass die Präsentation von Vielfalt durchaus gegeben ist und damit einer diverseren Gesellschaft Rechnung getragen wird. Es finden sich in fiktionalen wie in dokumentarischen Formaten stets „bunte“ Familienverhältnisse, Menschen mit Behinderungen, People of Color, verschiedene Ethnien sowie Figuren mit unterschiedlicher sexueller Orientierung. Die Repräsentation verschiedener Klassen folgt jedoch nicht diesem Diversitätsprinzip. Natürlich kann man nun die Frage stellen, ob Fernsehwelten überhaupt mit einer aktuellen Realität übereinstimmen müssen, immerhin handelt es sich „nur“ um mediale Entwürfe. Jedoch sind sie immer auch symbolisches Material zur Realitätswahrnehmung, wie oben bereits aufgezeigt.
 

Literatur:

Barthelmes, J./Sander, E.: Erst die Freunde, dann die Medien. Medien als Begleiter in Pubertät und Adoleszenz. München 2001

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (bmfsfj): Familie heute. Daten. Fakten. Trends – Familienreport 2020. Abrufbar unter www.bmfsfj.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Hofmann, O.: Die dargestellte Realität des Kinderfernsehens. In: TelevIZIon, Ausgabe 25, 1/2012. S. 30–32. Abrufbar unter www.br-online.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Krauß, F./Stock, M: Social Teen TV. Druck und aktuelle Jugendserien. In: tv diskurs, Ausgabe 86, 4/2018. S. 84–87. Abrufbar unter tvdiskurs.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Mikos, L.: Mediensozialisation als Irrweg – Zur Integration von medialer und sozialer Kommunikation aus der Sozialisationsperspektive. In D. Hoffmann/L. Mikos: Mediensozialisationstheorien. Modelle und Ansätze in der Diskussion. 2. überarb. u. erw. Aufl. Wiesbaden 2010. S. 27–46

mpfs (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest): JIM-Studie 2020. Jugend, Information, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19‑Jähriger. Stuttgart 2020. Abrufbar unter: https://www.mpfs.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

mpfs (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest): KIM-Studie 2020. Kindheit, Internet, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13‑Jähriger. Stuttgart 2021. Abrufbar unter: https://www.mpfs.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Orde, Heike vom: Kinder, Jugendliche und Reality-TV. In: TelevIZIon, Ausgabe 25, 1/2012. S. 40–43. Abrufbar unter www.br-online.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Prommer, E. u. a.: Ist he future equal? Geschlechterrepräsentationen im Kinderfernsehen. In: TelevIZIon, Ausgabe 30, 2/2017. S. 4–10. Abrufbar unter www.br-online.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Rohde, C. u. a.: Fördernde und partizipative Ansätze im crossmedialen Angebot des Kinderkanals von ARD und ZDF. Die Mission: Starker KiKA für starke Kinder. In: Media Perspektiven 4/2020. S. 207–215. Abrufbar unter: https://www.mpfs.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Schumacher, G.: Die Mädchen-WG – unterhaltsam, heiter und informativ. In: TelevIZIon, Ausgabe 25, 1/2012. S. 10–12.  Abrufbar unter www.br-online.de (letzter Zugriff: 08.10.2021)

Wegener, C.: Aufwachsen mit Medien. Wiesbaden 2016