Kalte Herzen. Wie das Fernsehen den Sozialcharakter formt und was man dagegen tun kann

Peter Winterhoff-Spurk

Das Fernsehen ist der mächtigste Lieferant sozialer Botschaften und Vorbilder, den es je gab. In einer Gesellschaft, die von zunehmender Bindungsunsicherheit gekennzeichnet ist, trägt es erheblich zum Entstehen eines neuen Sozialcharakters bei. Schnell erregte, flache, theatralische Gefühle, egozentrisches, impressionistisches und wenig strukturiertes Denken, Interesse für alles Lebhafte und Provozierende und schwärmerische Idealisierungen sind dessen zentrale Merkmale. Mögliche Folgen: Ein politisch desinteressierter, bindungsunfähiger, mit seiner Inszenierung beschäftigter Single als Bürger der Zukunft.

Printausgabe tv diskurs: 10. Jg., 2/2006 (Ausgabe 36), S. 38-41

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