Dystopien in Film und Serie

Prognose, Handlungsanweisung oder Ermahnung?

Werner C. Barg

Dr. Werner C. Barg ist Autor, Produzent und Dramaturg. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) vertritt er die Professur „Audiovisuelle Medien“.

Neuer Bürgerkrieg in den USA? Eine weltweite Virus-Pandemie mit vielen Toten? – Aktuell kommen die Zeitläufte filmischen Dystopien näher, als manchen von uns lieb ist. Das Gefühl, plötzlich in einem realen Katastrophenfilm zu leben, beschlich in den letzten Wochen viele. Ist an Siegfried Kracauers umstrittener These zum Film der Weimarer Republik, dass Leinwandgeschehen reales Geschehen vorwegnehmen könne, doch etwas dran? Was leisten negative Utopien für die Bewältigung realer Krisensituationen?

Online seit 06.08.2020: https://tvdiskurs.de/beitrag/dystopien-in-film-und-serie/

 

 

Captain Kirks Handy

In technischer Hinsicht enthalten filmische Zukunftsvisionen durchaus Prognosen bevorstehender Entwicklungen. So wurde Martin Cooper, ein Elektroingenieur der Firma Motorola, für die Entwicklung der Mobiltelefone von der TV-Serie Star Trek (USA 1966 – 1969) inspiriert und ließ die Science-Fiction Wirklichkeit werden. 1983 brachte Motorola das erste Mobiltelefon auf den Markt und läutete damit eine neue Ära der Telekommunikation ein. Für Cooper wurde die Science-Fiction zur Prognose und Handlungsanweisung. Heute gehört das Handy zum Alltagsgegenstand, so wie auch manch andere technische Innovation, die auf dem Raumschiff Enterprise zu sehen war (vgl. Gerstl 2016).
 


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Zukunftsvisionen mahnen aber auch vor gefahrvollen Tendenzen, wobei die Schreckensvision der Wachowski-Brüder im Kultfilm Matrix (USA 1999), dass intelligente Maschinen die Menschheit versklaven und die menschlichen Körper als Energiequelle nutzen, wohl eher nie eintreten wird. Die komplexen Mensch-Maschine-Konflikte in Westworld (USA 2016 – ), als Serien-Remake des SciFi-Klassikers Westworld (USA 1973) von Michael Crichton auf Netflix zu sehen, bringen dagegen die philosophischen und ethischen Probleme, die mit der Herausbildung von Künstlicher Intelligenz einhergehen können, sehr viel realistischer auf den Punkt.

So wie Westworld, bezogen auf die technologische Entwicklung, durchweht auch die Gesellschaftsbilder in aktuellen Filmen und Serien, die sich mit der näheren oder ferneren Zukunft der Menschheit oder auch nur der US-Gesellschaft beschäftigen, ein düsterer und dystopischer Zeitgeist.
 

Die Spaltung der Gesellschaft

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd, brutal herbeigeführt von einem weißen Polizisten und billigend in Kauf genommen von seinen umstehenden weißen Kollegen, führte in vielen Städten der USA zu bürgerkriegsähnlichen Situationen. Die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus halten an und zeigen die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft zwischen den nationalkonservativen bis rechtsradikalen Kräften und dem liberal bis linksliberalen Teil der Gesellschaft.

Diese gespaltene Gesellschaft zeigt sich – nicht so massiv und aggressiv wie in den USA – auch bei uns und in vielen anderen Ländern. Unversöhnlicher denn je prallen die unterschiedlichen Meinungen aufeinander, stellt sich gesellschaftlicher Zusammenhalt immer weniger her. US-Filme und ‑serien, die Zukunftsvisionen thematisieren, reflektieren diesen Gesellschaftszustand und nehmen zu ihm in fiktionaler Form Stellung.
 

Hungerspiele

Gleich zu Beginn von Die Tribute von Panem – The Hunger Games (USA 2012), dem ersten Teil der vierteiligen Verfilmung der gleichnamigen Jugendroman-Trilogie von Suzanne Collins, wird in einem kurzen Propagandafilm mit pathetischen Worten und emotionslenkenden Bildern die Vorgeschichte der Entstehung der Panem-Diktatur auf dem Boden der ehemaligen USA erzählt. Der Aufstand in einigen „Distrikten“ habe zu einem fürchterlichen Bürgerkrieg geführt, bei dem auch Atomwaffen zum Einsatz gekommen seien:

Bruder wandte sich gegen Bruder, bis nichts mehr übrig war.“

Das große Trauma der US-Geschichte, der amerikanische Bürgerkrieg von 1861 bis 1865, der mit 620.000 Toten mehr als doppelt so viele Opfer forderte wie etwa das militärische Engagement der USA im Zweiten Weltkrieg (vgl. dpa 2015), wird hier beim Publikum als Konsequenz einer massiv gespaltenen Gesellschaft mahnend aufgerufen – eine Mahnung auch deshalb, weil am Ende der kriegerischen Auseinandersetzung in Collins’ Roman und dessen Verfilmung eine grausame Diktatur steht, die mit Waffengewalt die Freiheitsrechte der Bürger unterdrückt und ihnen stattdessen ganz im Herrscherstil römischer Kaiser „Brot und Spiele“ präsentiert: Jedes Jahr müssen aus allen Distrikten jeweils eine junge Frau und ein junger Mann in den sogenannten Hunger Games bis zum Tode gegeneinander kämpfen – zur Belustigung der Bevölkerung, die die „Hungerspiele“ live als Medienspektakel verfolgen kann und so von ihren armen, ausbeuterischen Lebensverhältnissen abgelenkt werden soll.

In der Darstellung des Staates von Panem als Militär- und Mediendiktatur, durch die der regierende Präsident Snow (Donald Sutherland) seine Macht sichert, zeigt sich die Dystopie als Mahnung vor zukünftigen Entwicklungen. In den weiteren Teilen von Roman und Film dient sie dagegen als Handlungsanweisung, durch Aufstand und Rebellion dem depravierenden, düsteren Gesellschaftszustand der Mehrheit der Bevölkerung ein Ende zu setzen und eine neue Demokratie aufzubauen, in der das Leben wieder frei und lebenswert ist.
 



The Leftovers

Die vielfach preisgekrönte HBO-Serie The Leftovers, die u.a. von Regisseur Peter Berg und Lost-Schöpfer Damon Lindelof produziert und in den Jahren 2014 bis 2017 auf den Bildschirm geschickt wurde, rekurriert ebenfalls sehr stark auf die gesellschaftliche Spaltung in den USA. Lindelof, der sich ganz aktuell in dem von ihm geschriebenen und produzierten Thriller The Hunt (USA 2020) in satirischer Form mit der Polarisierung der politischen Lager auseinandersetzt, sah in The Leftover die düstere und nur wenig humorvolle Beschreibung einer posttraumatischen Gesellschaft.

In der Serie entsteht das Trauma durch ein fiktives Ereignis: An einem einzigen Tag, dem 14. Oktober, verschwinden 140 Mio. Menschen auf der Welt plötzlich spurlos und unauffindbar. Die Handlung der ersten Staffel beginnt drei Jahre später und spielt in einer Kleinstadt im Staat New York. Psychologisch tiefschürfend wird erzählt, wie verschiedene Protagonisten mit dem Verlust von Familienangehörigen und Freunden umgehen.

Manche wie Meg (Liv Tyler) schließen sich der Sekte der „Schuldig Verbliebenen“ an. Einer Bibelauslegung des „Jüngsten Gerichts“ folgend, glauben sie, dass Gott nur die „wahren Christen“, also Menschen ohne Schuld, am 14. Oktober ins Himmelreich geholt, diejenigen aber auf der Erde zurückgelassen hat, die schuldbeladen sind. Die Sektenmitglieder legen ein Schweigegelübde ab, kleiden sich ganz in Weiß und rauchen viel. Durch ihre bloße stumme Anwesenheit, aber auch durch ihre Aktionen in der Öffentlichkeit provozieren sie die um den Verlust ihrer Liebsten noch immer Trauernden der Kleinstadt so zunehmend, dass es zu gewalttätigen Übergriffen auf die Sekte kommt und schließlich in bürgerkriegsähnlichen Zuständen endet. Zentralfigur Kevin Garvey (Justin Theroux), der örtliche Polizeichef, kann die Spaltung seiner Gemeinde nicht verhindern. Er, der auch seine Frau Laurie (Amy Brenneman) an die „Schuldig Verbliebenen“ verloren hat, wird zunehmend von bösen Träumen heimgesucht, die für ihn immer realer werden. Wird er verrückt so wie sein Vater Kevin Garvey sen. (Scott Glenn), der frühere Polizeichef des Städtchens?
 

Psychologische Dispositionen

„Was die Filme reflektieren, sind weniger explizite Überzeugungen als psychologische Dispositionen – jene Tiefenschichten der Kollektivmentalität, die sich mehr oder weniger unterhalb der Bewußtseinsdimension erstrecken“, schreibt Siegfried Kracauer in seinem Werk Von Caligari zu Hitler (Kracauer 1984, S. 12) und führt aus: „… die Filmindustrie, für die Profitinteresse eine Existenzfrage ist, muß sich so weit wie möglich den Veränderungen des geistigen Klimas anpassen. Gewiß, amerikanische Kinobesucher kriegen vorgesetzt, was Hollywood will, daß sie wollen; auf lange Sicht aber bestimmen die Bedürfnisse des Publikums die Natur der Hollywood-Filme“ (ebd.). Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man über Inhalte von Hollywoodfilmen und ‑serien in der Analyse auf die Mentalitäten und das geistige Klima innerhalb der Gesellschaft Rückschlüsse wagen kann. Das galt zu Kracauers Zeit und das gilt auch heute.
 



So geben die intensiven Charakterstudien der Figuren in The Leftovers psychologisch klug verdichtete Einblicke in unterschiedliche menschliche Bewältigungsstrategien eines dystopischen Gesellschaftszustandes. Selbst wenn dieser Zustand in der Serie fiktional ist, so verweist er doch auf die Posttraumata der US-amerikanischen Gesellschaft: Der Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon löste ein nationales Trauma der Verwundbarkeit der Weltmacht aus. Durch den unter Lügen herbeigeführten Irakkrieg und die glücklosen Militäraktionen in Afghanistan musste die US-Gesellschaft nicht nur zahlreiche Kriegstote verkraften und mit den vielen, von Kriegstraumata belasteten Veteranen zurechtkommen, die US-Armee verlor im schmutzigen Krieg gegen den Terror, in Folterskandalen und Luftangriffen auf Zivilisten auch in Teilen ihren moralischen Kompass und ihren militärischen Ehrenkodex. Das Idealbild des „american hero“ war nachhaltig angekratzt.

Die Finanzkrise 2007/2008 zerstörte schließlich auch die noch vorhandenen Restbestände des „american dream“ und forcierte den Niedergang der weißen amerikanischen Mittelschicht (vgl. Herrmann 2020), die – von der Obama-Ära nicht erlöst – schließlich einem Präsidenten an die Macht verhalf, der nun durch seine Tweets, Reden und Handlungen seine konservativen Anhänger in ihren Aktionen befeuert und die gesellschaftliche Spaltung vertieft.

The Leftovers zeigt eine erschreckende Gesellschaftsvision, bevölkert von Figuren, die mit Aggression, Frustration, hedonistischer Haltlosigkeit, Wut, Trauer und Rückzug auf die dystopische Situation des unerklärlichen Verschwindens der von ihnen geliebten und geschätzten Menschen reagieren. Diese umfassende Erzählung vom menschlichen Umgang mit Verlust gibt der Dystopie von The Leftovers aus dem Jahr 2014 eine geradezu prophetische Qualität im Hinblick auf die aktuelle Situation in den USA, aber auch in anderen Ländern, die den Verlust vieler Menschen durch die Corona-Epidemie zu beklagen haben.
 

Die Virus-Pandemie

Und in der Tat gehört das Horrorszenario einer weltweiten und zunächst unkontrollierbaren Virus-Pandemie neben den beschriebenen Gesellschaftsdystopien und den Mediendystopien, wie sie etwa die Netflix-Reihe Black Mirror seit 2011 in schöner Regelmäßigkeit präsentiert, zum Grundarsenal dystopischer Erzählstoffe in Film und Serie.

Wenn manche Politiker am Beginn der Covid‑19-Epidemie davon sprachen, dass es für diese Situation kein Drehbuch gebe, so stimmt diese Aussage nur bedingt. Die Ausgangssituation des wohl aktuellsten Films zum Thema, Contagion in der Regie von Steven Soderbergh aus dem Jahre 2011, kommt der derzeitigen Realität in der Pandemie schon sehr nahe: In einer globalisierten Welt breitet sich ein tödliches Virus aus Hongkong über weltweit agierende Geschäftsleute wie die Marketing-Sales-Managerin Beth Emhoff (Gwyneth Paltrow) in den USA und zeitgleich überall auf der Welt schnell aus. Der medizinische Krisenstab um Dr. Ellis Cheever (Laurence Fishburne) und Dr. Ally Hextall (Jennifer Ehle) analysiert die Lage als verheerend, denn das neue, MEV‑1 genannte Virus erzeugt rasant eine Sterblichkeitsrate von 20 %. Es gibt keine Therapiemöglichkeiten und keinen Impfstoff, nach dem besonders Ally Hextall nun fieberhaft zu forschen beginnt. Sie findet heraus, dass das Virus von Fledermäusen und/oder Schweinen stammen könnte. Als das Ausmaß der Pandemie bekannt wird, kommt es in der Bevölkerung zu Panikreaktionen, Hamsterkäufen, Demonstrationen und Plünderungen. Der Staat reagiert autoritär und riegelt mit militärischer Gewalt ganze Städte und Regionen ab.
 

Outbreak: Düstere Dystopie-Dramatik

So wie Soderberghs Film zeigte auch schon Wolfgang Petersens Virus-Thriller Outbreak – Lautlose Killer (USA 1995) die staatliche Autorität im Zeichen einer Pandemiekrise ganz im Sinne düsterer Dystopiedramatik. Petersen, der am Beginn seiner Regiekarriere mit Katastrophenfilmen wie Smog (BRD 1973) reüssierte, entfaltet zusammen mit Michael Ballhaus hinter der Kamera einen spannenden Thriller, in dem Dustin Hoffman als aufrechter Militärarzt zusammen mit seinem Assistenten (Cuba Gooding jun.) quasi im Alleingang ein aus Afrika eingeschlepptes Todesvirus besiegt. Der Arzt rettet auch seine vom Virus befallene Frau (Rene Russo) und bekommt dadurch eine zweite Chance für seine Ehe. Außerdem deckt er einen Komplott von Militärs auf, die das Virus als biologische Waffe entwickelt hatten und nun nicht davor zurückschrecken, die verseuchte kalifornische Kleinstadt und deren Bewohner per Aerosolbombe auszulöschen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und das Geheimnis ihrer biologischen Waffe zu bewahren.

 



Diese barbarische Lösung des Virus-Problems wurde von Michael Crichton in seinem SciFi-Roman Andromeda (1969) bereits vorgedacht. Robert Wise verfilmte den Stoff 1971 unter dem Titel Andromeda – Tödlicher Staubaus dem All, durch den Petersens Drehbuchautoren Laurence Dworet und Robert Roy Pool offensichtlich inspiriert wurden.


Contagion: Nüchterner Blick auf die Pandemie

Während Petersens Actionthriller so zu einem hollywoodtypischen Parforceritt des „american hero“ gegen die intriganten Repräsentanten von Staat und Militär (u.a. verkörpert von Morgan Freeman und Donald Sutherland) vor dem Hintergrund einer Virus-Pandemie wurde, versucht Soderbergh in seinem Ensemblefilm wesentlich facettenreicher und realistischer die Pandemiedystopie zu erzählen.

Hierzu gehört, dass er relativ nüchtern das Zusammenspiel zwischen der Weltgesundheitsbehörde (WHO) und nationalen Einrichtungen wie den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigt oder mit der von Jude Law verkörperten Figur des Bloggers Alan Krumwiede den Typus eines Verschwörungstheoretikers im Ensemble hat, der mit der Pandemiepanik seine ganz eigenen Interessen verfolgt. Realistisch auch die Darstellung der Entwicklung des Impfstoffs, wenngleich das schnelle Auffinden des Serums der Länge des Soderbergh-Films von 106 Minuten geschuldet sein dürfte, so wie die schlussendliche Auflösung der Vorgeschichte von Figur Beth Emhoff als „Patientin Null“ ein Zugeständnis an die individualistische Mittelpunktdramaturgie des Spielfilms ist.
 


Dies gilt allerdings in noch stärkerem Maße für das wundersame Auffinden des Wirtstieres in Outbreak: ein Äffchen, das auf Umwegen aus dem afrikanischen Urwald in den USA gelandet ist und dessen Blut der heldenhafte Militärarzt nur anzuzapfen braucht, um das Virus zu besiegen.

Ähnlich unrealistisch ist schließlich auch die Auflösung in Armand Mastroiannis dramatischem TV-Zweiteiler Pandemic –Tödliche Erreger (USA 2007), in dem erzählt wird, wie sich ein aus Australien eingeschlepptes mutiertes Vogelgrippevirus mit tödlicher Wirkung in Los Angeles ausbreitet. Hier erweist sich ein gleichfalls aus Australien nach L. A. überführter Gangsterboss (Vincent Spano) als immun und Impfstoffgeber, weil ihm als Testperson das rettende Serum im australischen Knast gespritzt worden war.
 

Pandemic: Versöhnende Worte

Die in Pandemic gezeigte Reaktion des Staates auf die wachsende Epidemie erweist sich vor dem Hintergrund der aktuellen Zeitläufte der Corona-Pandemie zumindest bezogen auf Deutschland und Europa als durchaus realistischer als andere filmische Virusvisionen: Hier rollt nicht, wie aktuell auch in der neuen ZDF-Serie Sløborn von Christan Alvart, das Militär an, um die Seuche einzudämmen. Vielmehr raufen sich nach anfänglicher Rivalität die politischen Kontrahenten, die Gouverneurin von Kalifornien Lilian Schaefer (Faye Dunaway) und der Bürgermeister von Los Angeles Richard Dellasandro (Eric Roberts) zusammen, um durch besonnenes Handeln die Viruskrise zu lösen.

Und da fehlen dann zum pathetischen Happy End des Films auch nicht die versöhnenden und danksagenden Worte der Gouverneurin an die „heimlichen unbekannten Helfer“, die viele Amerikaner in der aktuellen Viruskrise aus dem Munde ihres Präsidenten so schmerzlich vermissen. Zumindest in diesem Punkt ist die dystopische Darstellung in Pandemic nicht nur Schreckensvision, sondern auch Handlungsanweisung für einen vernünftigen Umgang mit der Krise und liefert mit der Erkenntnis, dass sie gut ausgehen wird, ein zuversichtliches Mood-Management für das Publikum. Die Dystopie verliert hier – wie in den anderen genannten Pandemiethrillern – am Ende ihren Schrecken.
 



Literatur:

dpa: Geschichte. Hintergrund: Der Zweite Weltkrieg in Zahlen und Fakten. In: Zeit Online, 09.05.2015. Abrufbar unter: www.zeit.de (letzter Zugriff: 03.08.2020)

Gerstl, S.: 50 Jahre Star Trek. Diese Star-Trek-Technologien existieren schon heute. In: Elektronik Praxis, 30.09.2016. Abrufbar unter: www.elektronikpraxis.vogel.de (letzter Zugriff: 28.07.2020)

Herrmann, F.: Abwärtsspirale. Rasanter Niedergang der amerikanischen Mittelschicht. In: Der Standard, 14.07.2020. Abrufbar unter: www.derstandard.at (letzter Zugriff: 28.07.2020)

Kracauer, Siegfried: Von Caligari zu Hitler. Eine psychologische Geschichte des deutschen Films. Frankfurt a.M. 1984 (Originalausgabe: Princeton: Princeton University Press, 1947)